Werte Award der Neues Leben Stiftung
(von Renate Bloess - 25.11.2009)
Schwäbisch Gmünd/Altenkirchen – Die Neues Leben Stiftung (Altenkirchen) hat am 22. November in Schwäbisch Gmünd (bei Stuttgart) neun Menschen und Initiativen ausgezeichnet, die sich aus christlicher Sicht vorbildlich engagiert haben. Sie erhielten die mit insgesamt über 10.000 Euro dotierten Werte-Awards. Mit der zum zweiten Mal in drei Kategorien vergebenen Auszeichnung will die Stiftung den bleibenden christlichen Werten „Glaube, Liebe, Hoffnung eine große Bühne geben “, wie die Mitbegründer der Stiftung, Wilfried Schulte und Hans-Günter Schmidts (beide Altenkirchen), beim Festakt vor über 200 Besuchern erläuterten.

Betreuung für Sterbende
Platz 1 in der Kategorie „Couragiertes Handeln im Alltag“ ging an die Rentnerin Gertrud Dosch (69) aus Kreuzwertheim bei Würzburg. Sie hat ein „Haus der offenen Tür“ für alle Generationen und betreut Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige. Damit setze sie Tag für Tag ein „Zeichen gegen die Vereinsamung“, würdigte Jurymitglied Christoph Waffenschmidt (Friedrichsdorf), der Vorsitzende des Hilfswerks World Vision Deutschland, das Engagement von Frau Dosch, die wegen einer Erkrankung nicht anwesend sein konnte. In einer schriftlichen Erklärung wies Gertrud Dosch darauf hin, dass ihr Glaube an Jesus Christus und Gott sie trage und befähige, „Gutes zu tun“. Auf Platz 2 landete der Arzt Georg Müller (Solms bei Wetzlar), der in Wetzlar eine kostenlose Sprechstunde für Obdachlose anbietet, einen deutschlandweit einmaligen Arzt-Notruf im Landkreis organisiert hat und auch international für das Hilfswerk „humedica“ (Kaufbeuren) als Nothelfer und Vorstandsmitglied aktiv ist. Der 3. Preis ging an das Ehepaar Karl und Margret Schmidt (Bad Friedrichshall). Das Ehepaar hat als „Opa und Oma“ sein Haus für die Kinder eines Kinderheims und die Kinder der Nachbarschaft geöffnet. Darüber hinaus engagiert sich das Paar auch für Menschen mit Behinderungen. In einem Altenheim bietet Frau Schmidt einen christlichen Gesprächskreis an. Der erste Preis ist mit jeweils 2.000 Euro dotiert, der zweite mit 1.000 Euro und der dritte mit 500 Euro.

Mit Kampfsport das Selbstwertgefühl von Kindern stärken
Der erste Preis in der Kategorie „innovative und strukturverändernde Projekte und Initiativen“ ging an Michael Stahl (Bopfingen) und die von ihm begründete Organisation „Security & more“ (Sicherheit und mehr). Der 39-jährige ist Initiator der Kampagne „Wahre Helden – Stars gegen Gewalt“ und Fachlehrer für Selbstverteidigung in Schulen, Kindergärten und Vereinen. Mit seiner Arbeit wolle Stahl aus einer christlichen Motivation heraus das Selbstwertgefühl von Kindern und Jugendlichen stärken, lobte der frühere Geschäftsführer von Bibel TV, Bernd Merz (Hamburg), den ehemaligen Personenschützer zahlreicher Prominenter. Der 2. Preis ging an die von dem Baptisten Reinhard Klein gegründete Organisation „Hilfe zum Leben Pforzheim“. Ihre Beratungsstelle „Aus-Weg“ motiviert werdende Mütter, ihr Kind auszutragen und bietet entsprechende Unterstützung an. Mit dem 3. Preis wurde die Hamburger Organisation „Familienhafen“ geehrt. Die elf ehrenamtlichen Mitarbeiter des von der freikirchlichen Christin Marita Hoyer gegründeten und geleiteten Verein betreuten acht Familien, deren Kinder unter lebensbedrohlichen Krankheiten leiden.

Hilfe für Behinderte schon in der DDR
In der Kategorie „Lebensleistung“ erhielt das Ehepaar Rosemarie und Gerhard Jalowski den 1. Preis. Die beiden sind seit 1968 als „Heimeltern“ im „Haus Carolinenfeld“ in Greiz tätig, eine diakonischen Einrichtung für 39 Behinderte. Schon zu DDR-Zeiten hätten sich die beiden dafür engagiert, Behinderten ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, würdigte der Gründer und Geschäftsführer des Vereins „Prisma“, der Sozialpädagoge Tobias Merckle (Leonberg bei Stuttgart), die Lebensleistung des Paares. Sie hätten denen eine Stimme gegeben, die nicht für sich selbst hätten sprechen können. Wie Gerhard Jalowski sagte, seien behinderte Jugendliche in der früheren DDR vom Staat vergessen worden. Der 2. Preis ging ebenfalls an eine Initiative in den neuen Bundesländern, an Sieglinde Drechsler (Leipzig), der Begründerin der 1978 ins Leben gerufenen „Burgarbeit“. Aus einer privaten Initiative für Hilfe suchende Eltern, Jugendliche und Haftentlassene wurde inzwischen eine offene Sozialarbeit für Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen. Mit dem 3. Preis wurden Monika und Kurt Stotz (Loßburg) ausgezeichnet, die den Verein „Dienet einander“ gegründet haben. Er organisiert jährlich 14 Freizeiten für Menschen mit Behinderungen.

Ehen und Familien stärken
Der Festredner der Veranstaltung, der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Bad Blankenburg/Stuttgart), unterstrich in seinem Vortrag zum Thema „Akzente setzen - Werte leben“ die Notwendigkeit einer christlichen Leitkultur in Deutschland. Damit das Zusammenleben der Menschen gut gelinge, „brauchen wir die Bibel“, sagte Steeb. Der Mensch sei schließlich Gottes Idee. Zu einer solchen Leitkultur gehöre auch die Vorrangigkeit von Ehe und Familie gegenüber anderen gesellschaftlichen Formen des Zusammenlebens. Steeb regte eine staatliche Unterstützung für Mütter an. Es gebe keine wichtigere Aufgabe in der Gesellschaft, als Menschen zu gebären. Dies sei die größte Karriere, die überhaupt möglich sei. Steeb bedauerte ferner, dass die Millenniumsziele der Vereinten Nationen „fast in der Versenkung verschwunden seien“. Unter anderem sollte die weltweite Armut bis zum Jahr 2015 halbiert werden. Es verstoße gegen die Menschenwürde, wenn Menschen nicht einmal genug zu essen hätten. „Mit dem Geld der Konjunkturprogramme könnte man den Hunger und die absolute Armut in der Welt gegen Null fahren“, so Steeb. Im musikalischen Rahmenprogramm der Veranstaltung traten der Produzent und Keyboarder Dieter Falk (Köln) mit seinen Söhnen Max und Paul auf. Sie intonierten unter anderem Kirchenlieder des Theologen Paul Gerhardt (1607 – 1667) im modernen Sound.

Kontakt: www.werte-stiftung.de, Tel. 02681/94 11 16

Pressesprecher: Klaus Rösler | Oncken-Agentur für Kommunikation, Kassel
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